Tradition oder Zukunft?

 

Diese Frage stellt sich früher oder später jeder Verein. Hält man stur an der Tradition fest oder wagt man den Schritt in die Zukunft? Es ist immer schwierig derartige Entscheidungen zu treffen, doch sie lassen sich nicht vermeiden. An bestimmten Traditionen festzuhalten ist sicher für jeden Verein wichtig, da die Traditionen die Identität eines Vereins bilden. Aber ohne Veränderung kommt es zum Stillstand und damit letztlich zum Sterben des Vereins. Daher ist es zu allen Zeiten wichtig gewesen neue Akzente zu setzen, alte Strukturen aufzubrechen und neue zu schaffen. Denn die Zukunft eines jeden Vereins liegt in der Jugendarbeit. Sonst stirbt ein Verein schlichtweg aus. Für die Jugend muss sich ein Verein neu aufstellen und attraktiv werden. Dies sind oft nur Kleinigkeiten, aber die haben eine große Wirkung.

 

Nun ist es gerade für die ältere Generation enorm schwierig, Veränderungen zu akzeptieren, denn sie haben den Verein jahrelang begleitet und für den Verein gelebt. Ist es aber deshalb ratsam die Veränderungen aufzuhalten oder sogar rückgängig zu machen? Soll der Fortschritt wirklich zum Rückschritt werden?

 

Meine Antwort ist ein ganz klares NEIN!

 

Von wem kommt eigentlich die beständige Kritik an unserem Schützenverein? Hier gibt es aus meiner Sicht drei Gruppen:

 

  1. „Schützenfest-Schützen“ - sie erinnern sich einmal im Jahr daran, dass sie ja Mitglied im Schützenverein sind. Sie sagen: „Ich hab ja soviel andere Verpflichtungen, aber IHR müsstest mal dies und das machen und folgendes wäre auch noch schön“. Nach dem Schützenfest hört und sieht man von diesen „Mitgliedern“ ein Jahr lang absolut nichts.

  2. „Alters-Schützen“ - sie schwärmen von vergangenen und glorreichen Zeiten, haben aber scheinbar nicht mitbekommen, dass diese Zeiten nicht mehr existent sind, dass das Leben sie selbst überholt hat. Und sie haben vergessen, dass auch sie einst jung waren und Veränderungen eingebracht haben, die durch die Zeit hindurch zur Tradition wurden.

  3. „Traditions-Schützen“ - sie möchten niemals irgendetwas ändern, möglichst jede Veränderung rückgängig machen und den Verein auf den Stand von 1851 zurücksetzen – ungeachtet dessen, dass er dann vermutlich nur noch 5 Mitglieder hätte oder noch weniger.

     

Ich möchte hier wirklich keinen an den Pranger stellen, denn auch diese Schützen sind für einen Verein wichtig. Aber ein Verein konstituiert sich vor allem aus den Mitgliedern, die eine aktive Gemeinschaft bilden. Der Verein sind die Schützen, die JEDES Wochenende im Sommer die Schützengesellschaft repräsentieren, die an zahlreichen Veranstaltungen teilnehmen, die regelmäßig an den Vereinsmeisterschaften teilnehmen und einen Großteil ihrer Freizeit dem Verein zur Verfügung stellen. Und genau für diese Mitglieder muss der Verein attraktiv sein und vor allem bleiben!

 

Wir haben einen sehr jungen Vorstand, der gewillt ist, den Verein nicht nur am Leben zu erhalten, sondern auch in den nächsten Jahren weiter voran zu bringen und eine gute Präsenz in der Öffentlichkeit zu schaffen. Durch Pessimismus und negatives Denken kommen wir aber nicht voran. Vielleicht sollte man nicht gleich jede Veränderung boykottieren, sondern darüber diskutieren. Vielleicht sollte man nicht hinter dem Rücken anderer reden, sondern den offenen Dialog suchen. Vielleicht sollte man weniger übereinander herziehen und stattdessen lieber miteinander sprechen. Eine Zukunft haben wir nur, wenn wir zusammenhalten und uns gegenseitig unterstützen. Wenn wir weiter beständig an einander herumnörgeln und an sinnlos gewordenen Traditionen festhalten, dann werden wir den Verein in naher Zukunft zu Grabe tragen.

 

Ein Kommentar von Christian Koblitz

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Kommentare

  • Matthias Klette (Samstag, 18. Januar 2020 01:19)

    Vorwärts immer, rückwärts nimmer.
    Traditionen sind da um gebrochen zu werden, Stillstand ist Aller Tod.

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